Wie Regierungen ihre Schulden besser verkaufen könnten
Eine neue Studie von Marek Pycia und Kyle Woodward, veröffentlicht im Journal of Political Economy, zeigt, dass Pay-as-Bid-Auktionen einen klaren Vorteil haben.
Es gibt viele Möglichkeiten, grosse Mengen an Gütern gleichzeitig an mehrere Käufer zu verkaufen. Zum Beispiel kann man von allen verlangen, genau das zu bezahlen, was sie geboten haben ("Pay-as-Bid"), oder man kann von allen denselben Preis verlangen, etwa den niedrigsten Preis unter den erfolgreichen Geboten ("Uniform-Price"). Regierungen und Zentralbanken setzen genau auf diese beiden Formate, um jedes Jahr Staatsanleihen und andere Vermögenswerte im Wert von Billionen Dollar zu verkaufen. Lange Zeit war jedoch unklar, welches Format dem Verkäufer tatsächlich am meisten nützt und wie beide jeweils optimal gestaltet werden sollten.
Intuitiv erscheinen Uniform-Price-Auktionen attraktiver: Kein Bieter zahlt am Ende mehr als ein anderer. Aber welches Format bringt tatsächlich mehr Einnahmen, und wie sollte ein Verkäufer die angebotene Menge des Gutes strukturieren?
Eine neue Studie von Marek Pycia und Kyle Woodward, veröffentlicht im Journal of Political Economy, zeigt, dass Pay-as-Bid-Auktionen einen klaren Vorteil haben. Die Autoren beweisen, dass Bieter in Pay-as-Bid-Auktionen stets genau eine rationale Bietstrategie haben, während Uniform-Price-Auktionen gleichzeitig viele unterschiedliche rationale Strategien zulassen, was deren Ergebnisse erheblich schwerer vorhersehbar oder kontrollierbar macht. Darauf aufbauend zeigen sie, dass ein Verkäufer, der eine Pay-as-Bid-Auktion durchführt, seine Einnahmen maximiert, indem er sich im Voraus auf eine fixe, öffentlich bekannte Angebotsmenge festlegt und alle verfügbaren Informationen zu dieser Menge vorab vollständig offenlegt. Bei Uniform-Price-Auktionen gilt dieses Prinzip hingegen nicht: Das Zurückhalten von Informationen über das Angebot kann dem Verkäufer stattdessen sogar nützen. In einer Vielzahl von Szenarien erzielen Pay-as-Bid-Auktionen mindestens so hohe Einnahmen wie optimal gestaltete Uniform-Price-Auktionen – und oft mehr.
Website Marek Pycia